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Beratung beim ersten Eigenbau

1 Mr.Tea

Hi Leute,

ich bin neu im MTB Bereich und komme eher aus dem Bereich der Langstrecken Touren und des Trekkings. Ich bin nun vor etwa einem Jahr ins schöne Weserbergland gezogen und habe direkt vor meiner Haustür mega geniale MTB Trails und Strecken. Ich wollte mir schon immer mal ein Bike von Grund auf aufbauen und denke das ich mittlerweile genug Erfahrung durch die Wartung erlangt habe um das mal anzugehen. Ich möchte die teile möglichst gebraucht kaufen, um das Projekt so günstig wie möglich zu gestalten. Das meiste Werkzeug habe ich und wenn nicht kann ich die Werkstatt von einem Kumpel nutzen.

Ich denke ich bin mit einem Hardtrail ganz gut beraten, denn ich möchte hauptsächlich strecke machen und ab und zu mal eine kleine Abfahrt. Es gibt für mich hier zwei Hauptthemen bei denen ich Beratung bräuchte, Rahmen und Feder. Wenn ihr zusätzlich noch Tipps habt immer gerne her damit! lächel

Wie fängt man da nun am Besten an, einfach einen günstigen gebrauchten Rahmen mit Steuersatz kaufen der möglichst leicht ist? Worauf habe ich dabei zu achten? Ich würde z.B gerne Scheibenbremsen nutzen und denke eine 7er Kassette würde mir reichen. Weiterhin steht die Frage im Raum ob 26" oder 29", ich bin recht groß (1,9m)...was meint ihr? gibt´s Erfahrungen?

Zur Feder, dass ist das Teil für das ich das meiste Geld ausgeben würde und es auch ggf. neu kaufen würde. Was könnt ihr hier vom Gebrauchtmarkt empfehlen und was als Neuteil bis etwa 500€?

Ich freue mich auf eure Antworten und Anregungen. Das Projekt werde ich versuchen in einem Separaten Post festzuhalten, um anderen das Thema zu erleichtern. lächel

Beratung beim ersten Eigenbau  •  27.04.2020 18:11


2 raphrav

Heya und willkommen!

Coole Idee und cooles Projekt und lass mich verraten - es ist tatsächlich gar nicht so schwer!
Paar Gedanken zu deinem Text:

Hardtail ist schonmal eine gute Idee - reicht zumeist und macht einiges einfacher für den Anfang.

Vor dem Steuersatz musst du keine Angst haben: Die heute modernen und weit verbreiteten IntegratedStack-Steuersätze werden gar nicht mehr eingepresst, sondern nur mit Fett eingelegt und von der Konusspannung im Lenklager gehalten - zumal ein Steuersatz ein Verschleißteil ist, das man besser nicht gebraucht kauft zwinker

Wenn du nicht böse abfahren willst und 1,90 groß bist, ganz klar 29".
26" ist veraltet und wird kaum noch gebaut - Teilesituation wird immer schwieriger.
Bedenke noch, dass es noch eine weitere Größe gibt, 27,5" - das ist das neue "klein".

Genauso veraltet mit mieser Teileversorgung ist 7fach - lass es. Stand der Technik ist 12fach, 11fach ist bezahlbar und 10fach schon richtig günstig. Drunter würde ich auf keinen Fall verbauen, zumal es dafür meist nicht die tollen Sachen gibt, die seit 5-10 Jahren Geländefahrten echt angenehmer machen, Schaltwerksdämpfer zum Beispiel.
Genauso solltest du dir Gedanken machen, ob du an der Kurbel 1fach oder 2fach oder 3fach haben willst. 1fach ist simpel, geländetauglich, leicht und reicht meistens aus, 2fach ist eher was lange Touren und 3fach tut sich heute kein Mensch mehr bei einem Neubau an (Gewicht, furchtbares Einstellen, problematisches Verschleißverhalten, quasi geländeuntauglich, keine Kettenführung möglich undundund)

Federgabel ist das Thema, wo man am meisten Geld liegen lassen oder sparen kann. Wenn du Zeit für das Projekt und dich nicht auf ein spezielles Modell eingeschossen hast, würde ich nach einer neuen schauen, aber auf Schnäppchen warten. Kandidaten sind da u.a. Bike-Mailorder, cnc-bike (z.B. im Moment ne 120er Recon Gold für 27,5" für 170€), Chainreactioncycles etc...

Beratung beim ersten Eigenbau  •  28.04.2020 08:22


3 Mr.Tea

Wow! Vielen dank, dass du dir die Zeit genommen hast um so ausführlich zu Antworten! lächel

Zitat von raphrav

Wenn du nicht böse abfahren willst und 1,90 groß bist, ganz klar 29".

Alles klar, dann werde ich mal nach einem 29" schauen. Hast du dazu denn noch Tipps worauf zu achten ist? Also z.B was die Kompatibilität mit 10er oder 11er Kassette, oder Scheibenbremsen angeht?

Zitat von raphrav

Genauso solltest du dir Gedanken machen, ob du an der Kurbel 1fach oder 2fach oder 3fach haben willst.

Da ich wirklich nur Tagestouren fahren möchte und der Fahrradurlaub weiterhin mit dem Trekking bike bestritten werden wird denke ich das 1fach ausreicht. Hätte dann ja je nach dem 10-12 Gänge zur Verfügung. Was könntest du mir da für eine Zähnezahl empfehlen?

Thema Federgabel:
Natürlich würde ich gerne so schnell wie möglich los legen, aber es ist ja nicht so als ob ich in der Zwischenzeit gar nicht fahren könnte.
Kannst du mir denn Shops empfehlen? Habe bislang meine Ersatzteile bei Fahrrad.de oder bike24.de bestellt.

Nochmals vielen Dank für deine nette und ausführliche Antwort, hab schon richtig bock anzufangen! lächel

Beratung beim ersten Eigenbau  •  28.04.2020 19:30


4 raphrav

Guten Morgen,

klar, kein Thema! lächel

Tipps zum Rahmen, oh je, hehe... Passen sollte er, was bei einem nackten Rahmen halt immer etwas schwieriger zu beurteilen ist.
Kompatibilität zu 10fach/11fach ist bei heutigen Rahmen eigentlich immer gegeben. Und bei Scheibenbremsaufnahmen gibt's mittlerweile eigentlich Adapter von allem auf alles, also ist eigentlich nur wichtig, dass welche dran sind.
Sonst: Was für ein Steuersatz ist verbaut? Integrated Stack bekommste wie gesagt ohne Einpressen hin. "Tapered" ist üblich, also ein konischer Gabelschaft.
Und Apropos Einpressen: Es gibt heute viele Rahmen mit eingepressten Tretlagern. Furchtbar. Schau, dass du einen mit "altem" BSA-Gewinde bekommst, das spart viel Ärger. BSA-Tretlager gibt's auch für die modernen Kurbeln.
Und noch was: Du meinst zwar schon 1fach, aber wenn doch 2fach, dann achte drauf, dass eine Umwerferaufnahme dran ist - haben heute nicht mehr alle Rahmen...

Apropos Kompatibilität 10/11fach: 10fach geht allgemein in jedes Rad, das auch 8fach oder 9fach kann (ich meine jetzt Rahmen und Nabe des Hinterrads). So, weit, so einfach.
Ab 11fach wird's interessant: SRAM verwendet ab da ein komplett anderes, eigenes Freilaufsystem auf der Nabe und braucht da auch im Rahmen etwas mehr Platz (haben die heutigen aber in der Regel). Shimano verwendet zwar den "alten" 8/9/10fach-Kassettenfreilauf, aber die Kassetten sind etwas gekröpft, ragen also etwas weiter in Richtung Speichen - und wenn die ausladend sind, schleift auch mal was. Also das alles insbesondere beim Laufradkauf beachten.

Zähnezahl: Vorneweg, ist ein riesen Geschmacksthema und das letzte Wort hast du.
Außerdem vorneweg, DAS Werkzeug, um schlau zu werden: www.ritzelrechner.de
Insbesondere insofern hilfreich, als dass man zwei Setups vergleichen kann und "Klassikerschaltungen" als Presets vorgespeichert sind.
Greifen wir also deine Gedanken auf: Du willst vorne 1fach, also würde ich hinten schon 11fach nehmen. Warum? Die weiteste 10fach (ohne Frickeln) ist ne 11-36, die weiteste 11fach ne 11-42 (Shimano) bzw. 10-42 (SRAM) - so hast du einfach mehr Range, am Berg entspannter und bergab kannste auch noch ne Weile mittreten.
Bei 1fach ist die Kassette entsprechend schnell dimensioniert, einfach die am weitesten gespreizte. Und das Kettenblatt, siehe Ritzelrechner.
So als Anhaltspunkt, ich fahre an meinem 1fach-MTB (aber ein 27,5") genau so ein Setup. Hinten 11-42, vorne glaub ein 32er Kettenblatt, bei 29er-Laufrädern meinetwegen halt ein 30er.

Grüße,
Raph

Beratung beim ersten Eigenbau  •  29.04.2020 08:37


5 Mr.Tea

Hi Raph,

Ich hab gestern mal ein bisschen auf Kleinanzeigen gestöbert und diesen 29" Rahmen gefunden:

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/mtb-alu-rahmen-29-thompson-gr-21-/1357442641-217-6651

Was sagst du? Hot oder Flop?
Würde direkt die Sattelstütze und die Bremsanlage mitkaufen, habe mal angefragt und 120 für das set geboten.

Habe bislang für 29" noch keine "günstigen" Federgabeln gefunden. Gibt es da überhaupt was unter 500€, dass das Geld wert ist?

Nochmals vielen dank für deine Ausführlichen Antworten! Fühle mich schon ein bisschen schlecht das ich dich so heftig ausfrage...

Liebe Grüße,
Mr.Tea

Beratung beim ersten Eigenbau  •  29.04.2020 16:11


6 OldenBiker

Hallo,

ich schalte mich auch mal mit rein. Für die Federgabln schau mal hier: https://www.bike-components.de/de/komponenten/gabeln/29-federgabeln/?filterPriceAT=130-510
Da müsstest Du was finden. Der Thompson Rahmen ist für den ersten Selbstaufbau und Deine Zwecke gar nicht schlecht. Allerdings solltest Du vorher fragen, wie lang das effektive Oberrohr ist (waagerecht gemessen). Wäre blöd, wenn Du den Rahmen kaufst, das Bike aufbaust und dann feststellst, der Rahmen ist zu kurz oder zu lang. Bei 1,90 m wird zu kurz eher der Fall sein. Ich hab mit meinen 2m da so meine Erfahrungen gemacht.
Es spricht absolut nichts gegen die Sattelstütze. Thomson ist top. Allerdings wirde ich auf die Stütze verzichten, weil die recht dünn im Durchmesser ist und mist einem Spacer ausgeglichen werden muss. Ein Fliegengewicht bei 1,90 wirst Du nicht unbedingt sein, da würde ich eher eine Stütz im passenden Durchmesser nehmen, da die dickere Stütze auch steifer ist. Die Bremse würde ich mit dazu nemen, wenn sie in Ordnung ist.

Was die Übersetzung angeht, kann ich Dir mal sagen, welche ich habe. Hinten 12fach mit 11-50 Zähnen, vorne 1fach mit 32 Zähnen. Allerings bei 26" Laufrädern. Zu dem, was Raph geschrieben hat, brauche ich nichts mehr hinzufügen.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  01.05.2020 00:23


7 Mr.Tea

Hi und danke für deine Antwort! lächel

Die länge des Waagerechten oberrohrs beträgt etwa 640mm, kann mit der Zahl leider nichts anfangen. lach

Beratung beim ersten Eigenbau  •  01.05.2020 19:18


8 OldenBiker

Die Länge des Oberrohr ist wichtig, weil es davon abhängig ist, wie Du aucf dem Bike sitzt. Ist es zu kurz, sitz man eingeklemmt auf dem Bike. Ist es zu lange, muss man sich strecken, um an den Lenker zu kommen. Beides ist für die Bikekontrolle schlecht.

Der wert bei Dir ist gut bei Deiner Größe.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  02.05.2020 14:30


9 raphrav

Danke für's Einspringen! Hab ebenfalls nichts zu widersprechen. zwinker

Für die Anzeige bin ich leider zu spät, die ist schon gelöscht...

Allenfalls zu Ergänzen:
Die Oberrohrlänge ist die Größe, die sich am wenigsten mit Anbauteilen kaschieren lässt, falls sie nicht stimmt. Klar, es gibt Sattelstützen mit Offset, sodass du weiter hinten sitzt und der Rahmen damit effektiv länger wird, aber damit steigt dir das Bike am Berg unnötig. Und klar, man kann Vorbauten anderer Länge reinklopfen. Aber wenn man da übertreibt, fährt man nachher halt entweder nen Omnibus oder einen Flummi.

Heutige Rahmen sind nie zu hoch (ich wüsste echt keinen) und höher bekommst ein Rad mit einer langen Sattelstütze und Vorbauspacern immer, wenn du den Gabelschaft nicht zu kurz abgesägt hast.

Generell ist aber die Größe des Rahmens auch ein bisschen davon abhängig, ob man Sitzriese oder -zwerg ist, und nicht zuletzt auch eine Geschmackssache...

Grüße,
Raph

Beratung beim ersten Eigenbau  •  02.05.2020 17:47


10 Mr.Tea

Ok, der Rahmen ist jetzt gekauft und auf dem weg zu mir. Der Rahmen hat hinten ein Einbaumaß von 135mm, da kann ich dann schätze ich mal kein Laufrad mit 142mm Einbaumaß verbauen oder?

https://www.bike-components.de/de/RockShox/Yari-RC-Solo-Air-51-Offset-29-Federgabel-p44737/
https://www.bike-components.de/de/RockShox/Recon-RL-Solo-Air-29-Federgabel-Modell-2019-p63625/

Die erste ist gerade im Angebot, aber ich frage mich ob es sich wirklich lohnt für den Anfang so viel für eine Feder auszugeben...Wie ist da die Meinung, lieber günstig anfangen und ggf. aufrüsten oder gleich etwas besser einsteigen?

Beratung beim ersten Eigenbau  •  03.05.2020 17:18


11 OldenBiker

Ich würde zur Yari mit 130mm greifen. So hast Du genug Federweg, wenn's auch mal etwas ruppiger wird. Bei 130mm hast Du mehr Reserven.
Mehr Federweg würde die Geometrie vom Rahmen zu sehr verändern, das kann nach hinten losgehen.
Bei 100mm muss die Gabel notgedrungen etwas mehr Luft in der Gabel haben (falls Du nicht gerade 'n 50kg Floh bist). Dadurch spricht sie aber nicht mehr so gut an und reagiert meist erst auf die härten Schläge. Auf Dauer macht das keinen Spass. Rechnet man noch den SAG ab, bleiben Dir etwa 80 mm Federweg.

Bei der Yari kommst Du da auf 110-110 mm Federweg, je nach SAG. Der kleine Vorteil der Yari ist auch, dadurch das sie etwas mehr Einbauhöhe hat, wird der Lenkwinkel etwas flacher. Das Bike ist zwar dann nicht so wendig, wie mit einer 100er Gabel, dafür aber laufruhiger. Das ist bei höheren Geschwindigkeiten von Vorteil.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  04.05.2020 06:56


12 raphrav

Heya,

richtig, eine 142er Nabe passt nicht in einen 135er Rahmen.
Beachte auch beim Laufradkauf das richtige Ausfallende und Durchmesser!

Wie gesagt, kenne den Rahmen nicht. Sehe es aber mit dem Federweg nicht so eindeutig "-> mehr" wie OldenBiker.
Zuerst einmal ist ein Rahmen für einen gewissen Federweg zugelassen, und der Hersteller hat sich dabei was gedacht. Und es gibt jetzt nicht sooo viele Hersteller, die Gabeln von 100-130mm oder weiter zulassen. Wie gesagt das erstmal klären.
Klar, es gibt keine Federwegpolizei, aber Tipps zu solchen Umbauten liefere ich nicht.
Es ist ja nicht nur das Fahrverhalten, sondern auch die Stabilität, da sich einfach die Hebel ändern...

Grüße,
Raph

Beratung beim ersten Eigenbau  •  04.05.2020 10:25


13 OldenBiker

Wie gesagt, kenne den Rahmen nicht. Sehe es aber mit dem Federweg nicht so eindeutig "-> mehr" wie OldenBiker.
Zuerst einmal ist ein Rahmen für einen gewissen Federweg zugelassen, und der Hersteller hat sich dabei was gedacht. Und es gibt jetzt nicht sooo viele Hersteller, die Gabeln von 100-130mm oder weiter zulassen. Wie gesagt das erstmal klären.
Klar, es gibt keine Federwegpolizei, aber Tipps zu solchen Umbauten liefere ich nicht.
Es ist ja nicht nur das Fahrverhalten, sondern auch die Stabilität, da sich einfach die Hebel ändern...

Da hat Raph vollkommen recht. Darum habe ich auch die 130er Yari empfohlen, für die ist der Rahmen noch ausgelegt. Weiß ich deshalb, weil ich mal kurz davor stand, mir solch einen Rahmen zu kaufen.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  04.05.2020 20:16


14 Xaver

Zitat von raphrav


..wenn doch 2fach, dann achte darauf, dass eine Umwerferaufnahme dran ist..
Wieso? Es gibt doch genug Umwerfer mit einer Rahmenschelle.

Zitat von raphrav


..ich fahre an meinem 1fach-MTB (aber ein 27,5") genau so ein Setup. Hinten 11-42, vorne glaub ein 32er Kettenblatt, bei 29er-Laufrädern meinetwegen halt ein 30er.
Ich fahre an meinem 27,5er hinten 12-46 und vorne 30 und das ist mir oft schon zu lang.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  19.12.2020 11:24


15 raphrav

Servus,

erstmal Glückwunsch zum Ausgraben - ich glaub das Thema ist nach über einem halben Jahr durch oder im Sande verlaufen...

Aber dennoch, du hast Recht, ich hab mich unsauber ausgedrückt:
Es geht nicht um die Aufnahme an sich, sondern eher darum, ob eine Montage generell möglich ist. Und heutzutage bekommst du an eine überraschend große Anzahl von Rahmen eben keinen mehr dran, auch nicht mit Schelle. Die Gründe sind meist:
Gekrümmte, sich verjüngende oder ovale Sattelstützen (Hydroforming macht's möglich) oder irgendwas ist im Weg - Durchführung der Seatpostleitung, Flaschenhalterbohrungen oderoderoder.
Ist halt so, dass viele Rahmendesigns eben keinen Umwerfer mehr vorsehen...

Beratung beim ersten Eigenbau  •  21.12.2020 12:05


16 Xaver

Jo, der Trend geht halt eher zu 1x11 oder 1x12 mit Ritzeln, die größer sind, als die meisten Kettenblätter.
Grund waren wahrscheinlich die E-Bikes, die vorne nur ein Kettenblatt haben und dann fanden viele andere den Wegfall des vorderen Umwerfers gut und so begann der berechtigte Siegeszug der 1x Antriebe, obwohl es inzwischen von Yamaha sogar E-Bikes mit zwei Kettenblätter vorne gibt.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  21.12.2020 13:13


17 OldenBiker

Zitat von Xaver

Jo, der Trend geht halt eher zu 1x11 oder 1x12 mit Ritzeln, die größer sind, als die meisten [[Ketten]]blätter.
Grund waren wahrscheinlich die E-Bikes, die vorne nur ein Kettenblatt haben und dann fanden viele andere den Wegfall des vorderen [[Umwerfer]]s gut und so begann der berechtigte Siegeszug der 1x Antriebe, obwohl es inzwischen von Yamaha sogar E-Bikes mit zwei Kettenblätter vorne gibt.

Der Grund für die 1fach Kurbeln sind nicht die E-Bikes. Das ganze 1fach ging schon los, da hat man sich über Laufradgrößen keine Gedanken gemacht.
SRAM kam einfach auf die Idee, mal die Bandbreite zu nehmen und dabei zu merken, das es zu viele überschneidungen gab. Also kamen sie erst mit 2fach Kurblen und hinten ein Ritzel mehr. Später kam SRAM dann mit 1fach vorne und 11, später 12fach hinten. An der Bandbreite hat sich im Grunde nichts geändert, wenn man bei Mehrfachkurbeln nur die Gänge nimmt, die die sich nicht überschneiden und Schräglaufbedingt auch fahren lassen.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  22.12.2020 12:19


18 Xaver

Aber erst durch die E-Bikes kam doch der große Durchbruch.
Aber auch 12-fach hat nicht bei weitem nicht die Bandbreite, wie 3x10, noch nicht mal wie 2x10.
Mit einem 50er-Ritzel hinten und vorne mit einem Kettenblatt mit maximal
30 Zähnen wäre es bergauf zwar genauso kurz übersetzt,
aber in der Ebene wäre es dann deutlich langsamer.
Deswegen sitzt ja bei den meisten vorne ja auch mindestens ein 34er oder sogar 36er.
Ich fahre auch einfach, hinten ein 46er und vorne ein 30er, deshalb weiß ich, wovon ich rede,
aber mich stört es nicht, wenn die Höchstgeschwindigkeit geringer ist,
da ich sowieso nur im Gelände damit fahre.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  22.12.2020 12:49


19 OldenBiker

Zitat von Xaver

Aber erst durch die E-Bikes kam doch der große Durchbruch.
Aber auch 12-fach hat nicht bei weitem nicht die Bandbreite, wie 3x10, noch nicht mal wie 2x10.
Mit einem 50er-Ritzel hinten und vorne mit einem [[Ketten]]blatt mit maximal
30 Zähnen wäre es bergauf zwar genauso kurz übersetzt,
aber in der Ebene wäre es dann deutlich langsamer.
Deswegen sitzt ja bei den meisten vorne ja auch mindestens ein 34er oder sogar 36er.
Ich fahre auch einfach, hinten ein 46er und vorne ein 30er, deshalb weiß ich, wovon ich rede,
aber mich stört es nicht, wenn die Höchstgeschwindigkeit geringer ist,
da ich sowieso nur im Gelände damit fahre.

Der Durchbruch war leider nicht erst durch die Ebikes, sondern eher, als die 29er aufkamen.
Und klar hast man 'ne bei 3x10 'ne höhere Bandbreite als bei 1x12. Aber áuch nur, wenn man alle Gänge nimmt. Wenn Du jetzt den Scvhräglauf mitrechnest, wodurch nicht alle Gänge fahrbar sind, und die Gangüberschneidungen rausrechnest, dann schrumpft die Bandbreite erheblich zusammen. Was nützen 30 Gänge, wenn davon nur die Hälfte effektiv ist. Das man bei 1fach Kurbeln Kompromisse eingehen muss, dürfte klar sein.
Bei mir geht der Kompromiss dahin, das ich auch den größten Gang verzichten muss und so bis max. Tempo 35 beschleunigen kann. Bei meinen damaligen 3x9 mit 'nem 48er Blatt konnte ich (zumindest bergab) bis etwa 65 beschleunigen, bevor ich ins Leere getreten habe. Das war für mich nmoch wichtig, als ich Marathons gefahren bin. Was ich bergauf nicht reißen konnte, konnte ich zumindest bergab wieder rausholen. Aber jetzt brauche ich diesen Riesengang nicht mehr. Dafür dauert's bergab eben etwas länger, bis ich die hohen Geschwindigkeiten drauf habe. Muss eben die Schwerkraft ran.
Und mann ja selbst entscheiden, ob man eher auf Tempo baut, oder eher auf's klettern. Das war aber vorher auch schon so. Da musste man auch entscheiden, kletter ich eher oder soll's Tempo sein. Der Kompromiss war nur nicht ganz so groß, bzw., man bracute für's klettern nicht ganz so viel Kraft, wie bei 1fach Kurbeln.
Ein Fehler, der immer wieder gemacht wird, ist, daß bei Mehrfachkurblen immer die gesamte Bandbreite hergenommen wird, ohne zu berücksichten, das einige Gänge durch Schräglauf und Gangüberschneidungen wegfallen. Ich hab auch kurzfristig 3x11 probiert und kam auf knappe 800% Bandbreite. Bei einmal 12 ist es ein wenig über der Hälfte. Aber reell konnte ich nur 13 Gänge der 3x11 nutzen. Sind am Ende auch nur etwas über 400% Bandbreite übriggeblieben. Bei 1fachKurbeln hat man zwar auch einen ziemlichen Schräglauf, aber jder Geng ist nutzbar, also keine Gangüberschneidungen. Außerdem ist das Schalten komfortabler, da man die Kettenblätter nicht mehr beachten muss.
Und das durch die E-Bikes die 1fach Kurblen erts ihrem Durchbruch hatten, ist ein Irrtum. Es ist genau umgekehrt. Denn an den meisten E-Bikes lässt sich kein Umwerfer befestigen. Vorher wären Bastellösungen per Adapter nötig gewesen. Mit den 1fach Kurbeln brauchte es diese Lösungen nicht.

Was die Gangabstufung angeht, da hat auch jeder seine Vorlieben. Der größte Teil bevorzugt feine Abstufungen, einfach deshalb, weil bei jedem Gangsprung, der zu groß ist, auch entsprechend Kraft aufgewand werden muss, umd das Bike in bewegung zu halten. Man findet eher eienen 'passenden' Gang. Beim runterschalten hat man dann auch nicht dasProblem, das der Gang dann zu klein ist und man Tempo verliert, was man vielleicht braucht, um eine Steigung zu bewältigen. Aber das ist bei jedem anders. Auf jedenfall sind kleine Gangabstufungen kraftschonender, als zu große.
Ich fahre vorne mit 32. Bei 46 hinten ist es für mich so, als wenn ich mit 3x9 hinten mit 36, vorne mit 22 rauffahren würde. Man muss sich nur die Mühe machen, mal auszurechnen, welche Kombi man braucht, damit es beim klettern noch passt. Und genau da liegt bei vielen das Manko, nicht zu wissen, was man will und wie man das realisiert. Zu wenig Erfahrung beim schrauben und zu viel Bikebravos lesen. Wenn man erstnal rausgefunden hat, was tatsächlich beim Bike alles möglich ist, dann kann man genau das bekommen, was man braucht. auch wenn man Kompromisse eingehen muss.
Ich kenne bis jetzt z.B. keinen, der eine absenkbare Sattelstütze mit SRAM Drehgriff ansteuert. Alle die das an meinem Bike sehen, fragen mich erst, wo ich denn den Umwerfer versteckt habe und schauen dann ganz ungläubig, das ich damit die Sattelstütze steuere. Und warum habe ich das gemacht? Weil es einfach Scheiße aussah, rechts 'nen Drehgrif zu haben und links unter dem Lenker einen Hebel. Also hab ich einfach mal probiert, Selbst der Hersteller war dran interessiert, ob das funzt. Und diese probieren ist das, was vielen fehlt. Der Herstellen sagt, das geht nur so, also ist das ein Fakt. Und man ist weit weg vom perfekten Bike.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  22.12.2020 15:24


20 Xaver

Sind wir ja fast einer Meinung, aber was hat denn die Überschneidung von Gängen mit der Bandbreite zu tun?
Die Bandbreite ist doch der Unterschied zwischen dem kürzesten und dem längsten Gang, unabhängig von der Anzahl der Gänge.
Die Überschneidung ist aber bei Mehrfachkurbeln wichtig, damit man vorne nicht so oft schalten muss, denn sonst wären dann die Gangsprünge zu groß.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  22.12.2020 15:32


21 OldenBiker

Zitat von Xaver

Sind wir ja fast einer Meinung, aber was hat denn die Überschneidung von Gängen mit der Bandbreite zu tun?
Die Bandbreite ist doch der Unterschied zwischen dem kürzesten und dem längsten Gang, unabhängig von der Anzahl der Gänge.
Die Überschneidung ist aber bei Mehrfachkurbeln wichtig, damit man vorne nicht so oft schalten muss, denn sonst wären dann die Gangsprünge zu groß.
Die Bandbreite betrifft die Kassette, das ist richtig. Hat man eine Mehrfachkurbel, kann man die Kassettenbandbreite mit der Anzahl der Kettenbläter multiplizieren. So hat man dann die Gesamtbandbreite (grob gesprochen).
Die Überschneidungen bedeuten nicht, das man einige Ritzel mit mehreren Kettenblättern fahren kann, sondern das die entsprechenden Gänge von der Übersetzung identisch/nahezu igentisch mit anderen Ritzel/Kettenblattkombinationen sind. Als Beispiel: 3x10 ist verbaut. Da sind nun 4 Gänge, die je nachdem, welches Kettenblatt mit bestimmten Ritzeln gefahren wird, 4 mehr oder weniger identische Gänge von der Übersetzung. Wenn dies die einzigen Überschneidungen wären, fallen schlagartig 3 Gänge weg. So schrumpft das System von 30 Gängen auf 27 zusammen. Jetzt kommt noch der Schräglauf. Mit dem kleinsten Blatt fallen mindestens 2 Gänge weg (die beiden kleinsten Ritzel). Bleiben noch 25 Gänge. Auf dem großen Blatt sind's die 2 großen Ritzel. Nur noch 23 Gänge. Mit dem mittleren fallen sogar 4 Gänge weg. Die beiden größten Ritzel und die beiden kleinsten. Bleiben noch 19 Gänge übrig, von 30. Wenn man die Bandbreite korrekt berechnen will, kann man nur noch diese 19 Gänge ranziehen, da nur diese effektiv nutzbar sind. So schrumpft die Bandbreite dicht an die Werte von 1x12 Schaltungen.
Würde man nur die Kassetten zur Bandbreite hernehmen, wäre aktuell die SRAM GX Kassette mit 10/52 die beste Bandbreite. Denach wäre man mit einer 3fach Kurbel immer noch schlechter dran.
Bei den 1fach Kurbeln hat man eigentlich nur auf den 3 größten Ritzeln recht große Gangsprünge, ab dann sind die Gangsprünge gleichmäßiger.

Das ganze mit Bandbreite und Übersetzung, im Kombi mit verschiedenen Kurbelsystemen (1-3fach), ist nicht so übersichtlich, wie einge einem das weiß machen wollen.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  23.12.2020 01:48


22 Xaver

Nee, die Bandbreite erstreckt sich vom kürzesten Gang bis zum längsten Gang und da ist es völlig egal, wie viel Gänge die Gangschaltung hat. Das hat nix mit Überschneidung zu tun oder mit Schräglauf.
Folgend ein Vergleich von 2x10 mit 22-34 und hinten 11-42 und 1x12 mit 10-52 und vorne 32.
42-24= 1,7
52-32= 1,6
11-34= 0,32
10-32= 0,31
Da ist 1x12 fast gleich
Jetzt aber 3x10 vorne mit 22-22-44 und hinten 11-46
46-22= 2,1
52-32= 1,6
Da ist aber 3-fach deutlich kürzer
11-44= 0,25
10-32= 0,32
Da ist der letzte Gang deutlich schneller.
Eine 1x12 kann also nur eine 2x10 ersetzen, aber keine 3x10.
Das eine 1x12 eine 3x10 ersetzten kann, kommt von unfairen Vergleichen, wo man bei 3x10 hinten nur eine 11-32er-Kassette zum Vergleich ranzieht, aber keine mit 11-42 oder sogar 11-46er, aber wenn man schon eine extreme 1x12 mit 10-52 zum Vergleich nimmt, dann fairerweise auch eine, zugegebenermaßen unübliche, 10-fach-Kassette mit 11-46. Aber eine 1x12 mit 10-52 ist aber auch unüblich.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  23.12.2020 09:08


23 OldenBiker

Als Vergleich zur 12fach Kassette hatte ich eine 10fach mit 11/42. Aber im Grunde kann man die Kassetten nicht miteinander vergleichen, da bei den 12fch das größte zwischen 50 und 52 liegt. Das hatte keine 9, 10 oder 11fach.

Mit Mehrfachkurbeln hat klar den Vorteil, dasn sehr kleine Gänge zum Klettern und gleichzeitig recht große für's Tempo. Dafür nimmt man mehr Gewicht in Kauf und muss damit leben, daß man einige Gangüberschneidungen hat.

Ich war erst auch nicht von 1fach Kurbeln begeistert. Bis ich es mal nit 'ner 9fach Kassette ausprobiert habe. E§igentlich wollte ich nur wissen, wie lange die Umstellung dauert, das man nur noch einen Schalthebel hat. Bei mir hat's 'nen knappen Kilometer gedauert. Beim klettern war's nur sehr anstrengend, wenn man vorne 38 und hiunten als größtes nur 36 hat.
Dann kam kurz 2x10, aber irgendwie war mir das dann zuviel rumgeschalte mit vorne und hinten. Hab dann auf 1x11 und jetzt auf 1x12 umgerüstet. Mir fehlt kein einzige Gang, das Schalten ist sehr viel komfortabler und am Tempo vermisse ich auch nichts. Da ich ja im Flachland wohne, reicht mit Tempo 37 als maximum. Wenn ich das längere Zeit fahre, brauch ich 'n Sauerstoffzelt. Die 52 Jahre gehen auch nicht spurlos an einem vorbei. Und wenn's dann in den Bergen bergab geht, kommt mir mein Gewicht zu Gute, die kräftig bergab gezogen werden.
Bandbreite wird eh überbewertet. Es nützt ja nix, wenn man eine hohe Bandbreite hat, aber die Gänge nicht zu einem passen, weil man nicht so richtig weiß, welches Kettenblatt soll man draufpacken. Viele fahren bei 1fach vorne zwischen 28 und 30 Zähne, weil's ja so in den Bikebravos empfohlen wird, wenn man noch raufkommen will. Ich habe mich für 32 Zähne entschieden. Damit kann ich noch einiger Maßen Tempo machen, komme aber auch 25%ige Steigungen rauf. Und viel schwerer trteen muss ich auch nicht, als bei 3x9 mit vorne 33 und hinten 36. Etwas mehr schon, aber ist nicht viel Unterschied.

Das SRAM 'ne 10-52 Kassette hat, lieght einfach am Konkurenzdenken. Shimano hat mit seiner 122fach Kassette 'ne 11-51 rausgebracht. Zwar nur ein Zahn mehr auf dem größten Ritzel, macht aber schon was aus. Das konnte SRAM nicht auf sich sitzen lassen und hat dann die 10-52 rausgebracht. Und wenn man's genau nimmt, hängen Shimano und SRAM hinterher, denn Roto hat 'ne 13fach Kassette. Allerdings hat die auch nur 'ne Bandbreite von 520%, genau wie die SRAM Kassette. Nur durch den einen Gang mehr ist die Rotor Kassette feiner abgestuft.

Beratung beim ersten Eigenbau  •  23.12.2020 13:38


24 Xaver

Zitat von OldenBiker


..Bandbreite wird eh überbewertet. Es nützt ja nix, wenn man eine hohe Bandbreite hat,
aber die Gänge nicht zu einem passen..
Da stimme ich dir in fast allem zu. Ich fahre inzwischen 1x10, aber mit einer selbstgestrickten Kassette hinten,
damit die Gänge halt zu mir passen. Zu lesen hier:
http://www.mtb-forum.eu/zu-eng-gestufte-mtb-kassetten-t-24030-1.html

Beratung beim ersten Eigenbau  •  23.12.2020 14:54


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