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Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]

Ich bin für Helm beim MTB, aber kein Helm beim Stadtradeln.... naja - 3, 2, 1 RISIKO!

226 Hardtailer

Zitat von harthinterteil

Ich bin gegen die generelle Helmpflicht, selbst beim Motorradfahren! Jeder muß selbst wissen, was ihm sein Kopf wert ist.
Ich habe eine Tochter, die 4 Jahre alt ist. Sie weiß, dass es gefährlich ist ohne Helm zu fahren. Es ist eine Frage der Erziehung. Meine Tochter kritisiert laut jeden, der bei Rot über die Ampel läuft oder ohne Helm Rad fährt. Und es ist erstaunlich, dass dann Erwachsene meinen sich vor einem 4-jährigen Kind rechtfertigen zu müssen.

Kann ich vollkommen nachvollziehen. Jeder muss selbst wissen, was sein Kopf ihm wert ist. Allerdings würde das dann auch auf Dinge zutreffen, wie z.B. das Anschnallen im Auto. hmmm

Ich sehe das auch noch von einer anderen Seite. Wenn Du Deinen Helm trägst, dann vermeidest Du im Falle eines Unfalles vielleicht größeren Schaden an Dir selbst. Wenn Du nämlich durch einen Unfall plötzlich pflegebedürftig wärst oder hohe Behandlungskosten verursachen würdest, die Du mit Helm eventuell hättest vermeiden können, dann haben da plötzlich noch ganz andere Akteue wie Staat und Krankenkasse ein Interesse dran, dass Du Dich selbst schützt und diesem Fall vorbeugst, denn dann geht es um die Vermeidung eventuell unnötiger Kosten für Behandlung oder Pflegegeld (im schlimmsten Fall). Das ist bestimmt auch ein Grund für die Helmpflicht (und diverse andere Vorschriften wie z.B. das Anschnallen im Auto) oder?

Und dann noch ne Sichtweise, eher ethisch-moralisch:
Stell Dir vor, Du bist nicht der Radler, sondern der Autofahrer, der zwar immer anständig fährt, aber durch einen dummen Umstand den Radler (ohne Helm) umgemäht und schwer verletzt hat, vielleicht mit bleibenden Schäden, weil der Radler keinen Helm auf hatte. Da macht sich der sonst so anständige Autofahrer, der schon seit 20 Jahren angemessen fährt, Vorwürfe ohne Ende. Dann geht es weniger um den Radler, als vielmehr um den Autofahrer. Vielleicht macht es auch Sinn, einem solchen Fall von außen durch das Durchsetzen einer Vorschrift vorzubeugen.

Noch ein Gedanke:
Manche Leute muss man eben zu ihrer Gesundheit zwingen, wenn es dafür an eigenem Verstand oder Kurzsichtigkeit mangelt, was das Fahren ohne Helm betrifft. Ich glaube nicht, dass es jemandem egal ist, ob er mit dem Bike einen Unfall haben kann, wo was passieren kann.

Ich hoffe, es ist deutlich geworden, was ich sagen wollte lächel



Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  28.03.2012 13:06


227 nervens@ege

Zitat von harthinterteil

Ich habe eine Tochter, die 4 Jahre alt ist. Sie weiß, dass es gefährlich ist ohne Helm zu fahren. Es ist eine Frage der Erziehung.

Das wusste mein 10 jähriger auch,aber dennoch ist er ohne gefahren!! wütend
Weil,es war doch nur mal "kurz um die Ecke"!!


marzahn rock'r !! zwinker

Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  28.03.2012 14:50


228 DrZwirn


Kann ich vollkommen nachvollziehen. Jeder muss selbst wissen, was sein Kopf ihm wert ist. Allerdings würde das dann auch auf Dinge zutreffen, wie z.B. das Anschnallen im Auto. hmmm

Ich sehe das auch noch von einer anderen Seite. Wenn Du Deinen Helm trägst, dann vermeidest Du im Falle eines Unfalles vielleicht größeren Schaden an Dir selbst. Wenn Du nämlich durch einen Unfall plötzlich pflegebedürftig wärst oder hohe Behandlungskosten verursachen würdest, die Du mit Helm eventuell hättest vermeiden können, dann haben da plötzlich noch ganz andere Akteue wie Staat und Krankenkasse ein Interesse dran, dass Du Dich selbst schützt und diesem Fall vorbeugst, denn dann geht es um die Vermeidung eventuell unnötiger Kosten für Behandlung oder Pflegegeld (im schlimmsten Fall). Das ist bestimmt auch ein Grund für die Helmpflicht (und diverse andere Vorschriften wie z.B. das Anschnallen im Auto) oder?

Und dann noch ne Sichtweise, eher ethisch-moralisch:
Stell Dir vor, Du bist nicht der Radler, sondern der Autofahrer, der zwar immer anständig fährt, aber durch einen dummen Umstand den Radler (ohne Helm) umgemäht und schwer verletzt hat, vielleicht mit bleibenden Schäden, weil der Radler keinen Helm auf hatte. Da macht sich der sonst so anständige Autofahrer, der schon seit 20 Jahren angemessen fährt, Vorwürfe ohne Ende. Dann geht es weniger um den Radler, als vielmehr um den Autofahrer. Vielleicht macht es auch Sinn, einem solchen Fall von außen durch das Durchsetzen einer Vorschrift vorzubeugen.

Noch ein Gedanke:
Manche Leute muss man eben zu ihrer Gesundheit zwingen, wenn es dafür an eigenem Verstand oder Kurzsichtigkeit mangelt, was das Fahren ohne Helm betrifft. Ich glaube nicht, dass es jemandem egal ist, ob er mit dem Bike einen Unfall haben kann, wo was passieren kann.

Ich hoffe, es ist deutlich geworden, was ich sagen wollte lächel

aber ganz genau so seh ich das auch!
Um das mit der Pflege nochmal zu bekräftigen: Ich bin jetzt nicht auf dem neuesten Stand, aber so ein Platz in einem Pflegebett + Beamtmungsgerät kostet so ca 30000€/Monat, die Summe jetzt wie gesagt kann schwanken,aber da hat man mal eine ungefähre Vorstellung.

Zu dem zweiten Punkt mit dem moralischen Konflikt hast du auch vollkommen recht. Unfälle passieren nunmal und es ist doch fahrlässig wenn ich es in kauf nehme das jemand anderes sich ein lebenlang Vorwürfe macht nur weil ich es uncool finde ein Helm zu tragen oder aus welchen schwachsinnigen Gründen auch immer darauf verzichte.

Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  28.03.2012 15:09


229 MTB-Anfänger

@ Hardtailer: Finde deinen Beitrag sehr gut und stimme dir voll und ganz zu!


Ich bin für eine Helmpflicht zumindest für Kinder. Kein Kind darf schwere bis tödliche Verletzungen erleiden, nur weil die Eltern ihren erzieherischen Pflichten nicht nachgehen!

Auch finde ich den sehr dehnbaren und vielfältig zu interpretierenden Begriff "Freiheit" bei diesem Thema völlig fehl am Platz. Darüber hinaus hilft er uns auch nicht bei der Klärung der Frage, ob ein Helm nun eigentlich schützt oder nicht und wie wir uns selber (und vor allem unsere Kinder) für Risiken und Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren und schützen.



Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  28.03.2012 16:07


230 Francesco2310

staun Na der Thread hat sich ja zu einer unendlichen Geschichte ausgewachsen und ich lese viel von Pflicht, Freiheit, Verantwortung, usw., usf. Das erste Opfer unserer Emotionen ist halt immer die Ratio als jüngstes und schwächstes Glied in der evolutionären Kette und die vielzitierte Moral ist ein kommunizierendes Gefäß aus Pflicht und Neigung, d.h., je mehr wir uns der moralischen Verpflichtung verschreiben, desto mehr unserer Neigungen werden notgedrungen unterdrückt, bis wir nur mehr der Pflicht leben und leider ist eine Übereinstimmung von Pflicht und Neigung, so wie sie Schiller in seiner Kritik des Kant'schen Kategorischen Imperativs auf den Punkt gebracht hat, sehr selten: "Gerne würde ich den Freunden helfen, doch leider tue ich es aus Neigung und nicht wie es die Pflicht mir gebietet." lach. Ich meine, dass die Natur des Menschen bei all diesen Anforderungen, die Umwelt, Über-Ich (oder "Gewissen"), Ich-Ideal (welche Idealvorstellung hat der Einzelne von sich selbst), an sie stellen, hoffnungslos überfordert ist und mittel- und langfristig unter diesem Druck zusammenbricht. Das heißt nicht, dass ich jetzt ein großes Schwein sein will aber ein kleines Schwein bin ich hin und wieder schon ganz gerne. Oder ein bißchen verantwortungslos. Oder ein wenig verrückt. Das ist jetzt wahrscheinlich nicht sehr vernünftig, entspricht aber genau meinen Neigungen lach.

Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  01.04.2012 13:51


231 Hardtailer

Zitat von Francesco2310

staun Na der Thread hat sich ja zu einer unendlichen Geschichte ausgewachsen und ich lese viel von Pflicht, Freiheit, Verantwortung, usw., usf. Das erste Opfer unserer Emotionen ist halt immer die Ratio als jüngstes und schwächstes Glied in der evolutionären Kette und die vielzitierte Moral ist ein kommunizierendes Gefäß aus Pflicht und Neigung, d.h., je mehr wir uns der moralischen Verpflichtung verschreiben, desto mehr unserer Neigungen werden notgedrungen unterdrückt, bis wir nur mehr der Pflicht leben und leider ist eine Übereinstimmung von Pflicht und Neigung, so wie sie Schiller in seiner Kritik des Kant'schen Kategorischen Imperativs auf den Punkt gebracht hat, sehr selten: "Gerne würde ich den Freunden helfen, doch leider tue ich es aus Neigung und nicht wie es die Pflicht mir gebietet." lach. Ich meine, dass die Natur des Menschen bei all diesen Anforderungen die Umwelt, Über-Ich (oder "Gewissen"), Ich-Ideal (welche Idealvorstellung hat der Einzelne von sich selbst), hoffnungslos überfordert ist und mittel- und langfristig unter diesem Druck zusammenbricht. Das heißt nicht, dass ich jetzt ein großes Schwein sein will aber ein kleines Schwein bin ich hin und wieder schon ganz gerne. Oder ein bißchen verantwortungslos. Oder ein wenig verrückt. Das ist jetzt wahrscheinlich nicht sehr vernünftig, entspricht aber genau meinen Neigungen lach.

Was hast Du denn gelesen oder studiert, um das zu schreiben lach Da muss man erstmal nachdenken, was da steht lach

Aber ja, letztlich muss jeder selbst wissen, wie er mit dem Thema Helm umgeht. Bei mir ist es mit dem Tragen kein Pflichtgefühl, ich tus aus Überzeugung. zwinker

Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  01.04.2012 13:57


232 Francesco2310

[quote=Hardtailer
Aber ja, letztlich muss jeder selbst wissen, wie er mit dem Thema Helm umgeht. Bei mir ist es mit dem Tragen kein Pflichtgefühl, ich tus aus Überzeugung. zwinker[/quote]

lächel Genauso ist es. Nur sollte die Überzeugung auch ein wenig deiner Neigung entsprechen, denn irgendwoher muß die Überzeugung ja kommen (wenn sie schon nicht aus dem Pflichtbewußtsein dir selbst und deiner Umwelt gegenüber kommt) lach.

Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  01.04.2012 14:06


233 felixsw

Naja beim MTB auf jeden Fall finde ich, in der Stadt, geht die Gefahr eher von anderen aus finde ich als von einem selbst, sicherer mit Helm.

Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  11.04.2012 13:03


234 Trüffel

Ich bin für Helm, also ich benutze einen. Bin aber gegen Helmpflicht.

Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  11.04.2012 15:03


235 theexplainer

ich schütze mich am berg mit helm.
mit meinem sohn am waldrand trage ich auch einen helm, alleine wegen der vorbildwirkung.
auf der strasse trage ich ein auto um mich herum. mit dem rad im strassenverkehr hab ich schon lange aufgegeben. das ist was für lebensmüde

Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  11.04.2012 22:37


236 pit

Ein Helm muss einfach schon wegen der Sicherheit sein! Motorrad fährt man auch nicht ohne Helm !! zwinker

I love Biking

Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  12.04.2012 09:31


237 Francesco2310

Zitat von pit

Ein Helm muss einfach schon wegen der Sicherheit sein! Motorrad fährt man auch nicht ohne Helm !! zwinker

In meiner Jugend, vor Einführung der Helmpflicht für Motorradfahrer, hat es, vor allem in den 50er Jahren, sehr viele Tote gegeben. Die jungen Burschen konnten sich damals kein Auto leisten, also haben sie sich mit 18 aufs Motorrad geschwungen und das natürlich ohne Helm. Discos gab es keine aber jedes Wochenende Tanzerei in den umliegenden Dörfern. Da wurde gesoffen, die fremden Mädels angebraten und deswegen gerauft, dass die Fetzen geflogen sind. Die Heimfahrt haben viele dieser jungen Männer nicht überlebt und ihr Gehirn klebte an einem Alleebaum. Das hat sich nach Einführung der Helmpflicht für Motorradfahrer sehr gebessert, wodurch wieder die Frage auftaucht, ob der Mensch nicht doch manchmal zu seinem Wohl gezwungen werden muß, weil viele mit ihrer persönlichen Freiheit weder zum eigenen Vorteil, noch zum Vorteil der Gesellschaft umgehen können hmmm.

Helm oder nicht Helm, das ist hier die Frage... [10]  •  12.04.2012 11:44


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